Dieses Porträt untersucht die Grenze zwischen figurativer Modeillustration und abstrakter Malerei. Ausgangspunkt ist eine expressive Perspektive, die durch transparente Kreise und fließende Aquarellformen überlagert wird. Die geometrischen und organischen Elemente greifen ineinander, verdecken, verschieben und ergänzen die Figur zugleich und erzeugen eine Komposition, die sich zwischen Sichtbarkeit und Auflösung bewegt.
Acryl im Dialog mit Aquarell und Kreide
Die Kombination aus pastoser Acrylmalerei und flüssiger Aquarellfarbe schafft eine vielschichtige Bildoberfläche, auf der kontrollierte Pinselstriche auf spontane Farbverläufe treffen. Während die präzise ausgearbeiteten Gesichtszüge und Schmuckelemente die Eleganz der Modeillustration aufgreifen, verleihen die transparenten Farbflächen der Arbeit Leichtigkeit und Bewegung. Die Kreise fungieren dabei nicht nur als grafisches Gestaltungsmittel, sondern als wiederkehrendes Motiv, das den Blick lenkt und neue Bildräume eröffnet.
Modeillustration verschmilzt mit Malerei
Hier verschmelzen Illustration und freie Malerei zu einer zeitgenössischen Interpretation von Modeporträts. Farbe wird nicht ausschließlich zur Modellierung eingesetzt, sondern entwickelt eine eigenständige erzählerische Funktion: Sie verdeckt, betont und transformiert die Figur und macht Identität zu einem vielschichtigen, wandelbaren Zustand.
So entsteht ein Bild, das Mode nicht als bloße Oberfläche versteht, sondern als Ausdruck von Persönlichkeit, Emotion und ständiger Veränderung – eine Balance zwischen präziser Zeichnung, intuitiver Geste und experimenteller Materialität.



